Als Beginn des organisierten Sportbetriebs in Sülfeld gelten die 1911 von Pastor Mildenstein im Rahmen der Jugendpflege ins Leben gerufenen Jugendspiele. Zu diesem Zweck wird am Borsteler Wald auf der Fläche des heutigen Schießstandes der Schützengilde eine Spiel-und Sportfläche hergerichtet. Schnell finden sich auch sportbegeisterte junge Männer, die hier Faust- und Schlagball spielen.

1920 erst wird dann der Sülfelder Turnverein gegründet. Ihn leitet Hauptlehrer Carl Rottgardt, unterstützt von den Lehrern Maaß und Petersen sowie den Sportfreunden
Bernhard Schwarz und Adolf Finnern von der Cassburg. Im Sommer erfolgen die Übungsstunden auf dem Sportplatz am Borsteler Wald, im Winter auf dem Saal von Kabels Gasthof. In diesen Anfangsjahren besteht eine rege Verbindung zum Deutsch-Völkischen Turnverband Österreich.


1922 reisen Sülfelder Sportler zum Bundesturnfest nach Linz, 1930 nach Innsbruck.

1924 erholen sich für vier Monate 20 Turnerkinder aus Österreich in Sülfeld. In den Folgejahren weckt der Fußballsport das Interesseder Sülfelder.

1932rufen der Kaufmann Heinz Ebeler sowie Arthur Biehl eine Spiel-und Sportgemeinschaft ins Leben, die im Zuge der Gleichschaltung aber schon 1933 mit dem Turnverein zur Sülfelder Turnerschaft von 1920 zusammengelegt wird.


1937im Oktober erhält der Verein den Namen Sülfelder Sportverein von 1920. Nach dem frühen Tod von Carl Rottgardt leitet Heinz Ebeler nun den Verein. Der Fußball-
sport dominiert, wenngleich die Leichtathleten Ernst Wilke, Hans Voss und Heinz Ebeler im Kreisgebiet gefürchtet sind.


1939mit Kriegsbeginn kommt der Sportbetrieb fast gänzlich zum erliegen, die Jugendlichen bzw. die Jahrgänge, die überhaupt Sport treiben, werden zum Kriegsdienst
eingezogen. Gleich nach Kriegsende sind es wiederrum Heinz Ebeler und Arthur Biehl, die in Sülfeld den Sportbetrieb und hier besonders den Fußballsport aktivieren.


1945 schon finden erste Freundschafts-Fußballspiele wieder statt: Sülfeld gegen die polnischen Bewohner des Grabauer Schlosses. Betreut werden die Fußballer von Sportvater Hugo Koch. Nach dem Krieg stehen aber auf dem ehemaligen Sportgelände Behelfsunterkünfte für ausgebombte Städter.

1946 pachtet daher der Sportverein die Sandkuhle am Scharberg, an der Straße nach Nienwohld von Dora Voss. In Eigenleistung entsteht hier ein neuer Sportplatz, der am 5. September 1948 mit einem großen Fußballturnier eingeweiht wird.

1951schon muss dieser Platz erweitert werden. Die Lebensmittelknappheit gleich nach Kriegsende führt neben Händlern und Hamstern auch Fußballer aus den Städten nach Sülfeld, die sich ihr Talent in Kalorien bezahlen lassen. Damit beginnt Sülfelds große Fußballzeit.

1947 wird man erstmals Kreismeister, ein Jahr später wird diese Leistung wiederholt. Nach der Währungsreform ist das Interesse der Hamburger in Sülfeld Fußball zu spielen weniger, die Leistungen gehen zurück.

1951 gelingt dann aber doch der Aufstieg in die Bezirksklasse. Über 2.000 Zuschauer sehen einen Sieg der Sülfelder über Holstein 08. Neben Fußball wird jetzt auch
Handball, Leichtathletik, Tischtennis, Kegeln, Turnen und Gymnastik betrieben.
Die Leichtathletiksparte leitet ab


1952 Fritz Polster. Unter seiner Regie erreicht die Staffel Anneliese Haase, Helma Gehrken, Christa Wehrmann, Anneliese Krieg 1958 in Ingolstadt den 6. Platz bei den Deutschen Waldlaufmeisterschaften; ein Jahr später,

1959 werden Traute Elvert, Gisela Matsik und Anneliese Krieg Vizemeister bei den Deutschen Waldlaufmeisterschaften in Lüneburg in der Gruppe weibliche Jugend A. Große Erfolge kann auch die Handballsparte aufweisen. Sie ist

1947 von Hans Voss gegründet und bald über unzählige Jahre von Erika Krüger von Erfolg zu Erfolg landesweit geführt worden.

1952 wird eine Jugendgruppe gebildet, die schnell 60 Jugendliche umfasst. Unter anderem ist Leichtathletik, Gymnastik, Turnen, Volkstanz, Schwimmen und Handball im Angebot.

1953 fährt Hans Krogmann mit der ersten Jugendgruppe ins Zeltlager nach Mözen. Dieses Zeltlager ist auch heute noch für viele Sülfelder ein Begriff. Bereits seit

1962 findet unter der Regie von Lehrer Wolfgang Horn alljährlich das Jugendfußballturnier des SVS mit namhaften auswärtigen Mannschaften statt. Horn hat diesem Turnier über 30 Jahre die erforderlichen positiven Impulse für die erfolgreiche Jugendarbeit gegeben. Einen weiteren Auftrieb nimmt der Sportbetrieb in der Gemeinde als

1962 am 12. Oktober die Gymnastikhalle mit Umkleide- und Sanitärräumen bei der Schule eingeweiht wird. In Erinnerung sind die großartigen Sommer-Vereinssportfeste, insbesondere unter tatkräftiger Unterstützung der Patensoldaten aus Hamburg-Wandsbek. Sie beginnen mit einem Sportler-Festumzug durch das Dorf. Hervorzuheben ist auch die frühe europäische Partnerarbeit des Vereins, insbesondere dieFreundschaftsbesuche in Dänemark und von dänischen Sportlern in Sülfeld.

1969 werden erste Überlegungen für einen neuen Sportplatz angestellt.

1970 im August begeht der SVS mit einer Fußball-Großveranstaltung unter Beteiligung der HSV-Altliga sein 50jähriges Bestehen.

1973 am 2. September nimmt der Sülfelder Sportbetrieb mit der Einweihung der Kampfbahn Typ D einen enormen Aufschwung. Die Gesamtkosten der Anlage „An der Wildkoppel“ belaufen sich auf 300.000 DM.

1975, also nur zwei Jahre später, ist hier das Gebäude mit Umkleide-, Sanitär-, Aufenthalts- und Geräteräumen fertiggestellt, Kostenpunkt nochmals 250.000 DM. Auch gibt es bald eine Trainingsbeleuchtung für die Anlage.
In Erinnerung an seinen Freund und Mitbegründer der Leichtathletiksparte 1952/53, Walter Guse, ruft Fritz Polster im März den gleichnamigen Geländelauf ins Leben. Bis 1993 wird dieser Lauf insgesamt 19 Jahre lang durchgeführt. In Glanzzeiten nehmen über 700 Läufer aus bis zu 53 Vereinen an der Laufveranstaltung teil. Fritz Polster wird in Anerkennung seiner Verdienste die Goldene Ehrennadel des SHLV und des DLV, die Goldene Kampfrichternadel sowie die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.


1977 im November beginnt die Planung eines zweiten Sportplatzes „An der Wildkoppel“, der mittlerweile längst realisiert wurde.

1978 laufen aus wirtschaftlichen Gründen erstmals Mannschaften des SV S mit Trikot-Werbung auf. Geworben wird für einen örtlichen Fenster-Discount und später für das Sülfelder Auenland.

1983 ist mit der Einweihung der Sülfelder Sporthalle (21 X 42 Meter Spielfläche, Sitztribüne mit 340 Plätzen und ein 150 Quadratmeter großer Jugend- und Mehrzweckraum sowie Sanitär-, Umkleide- und Geräteräume) bei der Schule im Ortszentrum ein weiterer Meilenstein zu verzeichnen. Träger der Einrichtung ist der Schulverband Seth/Sülfeld.

…Auszug aus der Festschrift zum 75-jährigen Jubiläum des SV Sülfeld,

Verfasser Ulrich Bärwald (Sülfelder Gemeindearchivar)

 

(Die Fortsetzung der Chronik bis zur „Neuzeit“ ist in Bearbeitung)